Gute-Nacht-Geschichte

Blazes kleines Abenteuer mit dem Schafe zählen

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– Von Angelina K. aus Paderborn –

Der kleine Drache Blaze konnte eines Abends mal wieder nicht einschlafen.

Sein Freund, der Zauberer Spark, hatte daraufhin eine tolle Idee: Schafe zählen gehen!

So zogen sie sich Jacken über ihre Pyjamas und liefen zu der Wiese. Doch die Schafe waren weg. Verzweifelt kam ein Hund zu ihnen gerannt.

„Habt ihr die Schafe gesehen?“, fragte der Hund verzweifelt.

Blaze und Spark schüttelten den Kopf.

Leere Wiese„Was ist denn los?“, erwiderte Blaze daraufhin besorgt.

Der Hund, sein Name war Bark, erzählte ihnen, dass das gestrige Gewitter wohl die Schafe sehr verschreckt haben müsse, denn nun waren sie verschwunden.

„Ich muss sie finden. Wenn man keine Schafe zählen kann, dann wird keiner mehr einschlafen können“, erzählte Bark voller Sorge.

Blaze und Spark sahen sich gegenseitig an und nickten.

„Wir werden dir helfen“, sprach Blaze, auch wenn seine Stimme leicht vor Angst zitterte.

So machten sie sich auf den Weg durch einen düsteren Wald. Der Wind brauste durch die Kronen der Bäume und die Dunkelheit spielte mit den Schatten, die der Mond hervorrief. Blazes Tapferkeit schwand, wie schon so oft. Doch sein bester Freund ergriff seine Drachenhand, drückte sie und plötzlich erschien das Rauschen der Blätter so viel weniger angsteinflößend.

Höhle„Schaut mal da in der Höhle!“, rief Spark als sie das Gebirge erreichten.

Tatsächlich, in der Höhle fanden sie die Herde Schafe. Zu Blazes Überraschung sahen sie total anders aus als in seiner Vorstellung. Sie waren kunterbunt! Ein paar von ihnen waren genauso lila wie er selbst.

Bark jaulte vor Glück und rannte, um seine Freunde zu begrüßen. Die Freude war groß. Doch sie hielt nicht lange.

„Klein Junior fehlt“, sagte eines der Schafe, die Mutter, auf einmal.

Alle wurden hektisch und begannen sich umzusehen, doch das kleine Schäfchen war nirgends zu finden. Als Blaze sich umsah, fand er ein kleines Loch in der Bergwand.

„Ich glaube, er ist durch dieses Loch“, meinte er besorgt.

„Passen wir da durch?“, fragte sich Spark zweifelnd. Blaze, der schon immer viel zu klein war für einen Drachen, begann durch das Loch zu krabbeln und schaffte es zur anderen Seite. Kurz darauf folgten Spark und Bark.

Sie riefen nach dem Schäfchen, doch es war zu dunkel, um etwas zu erkennen.

Zauberer Spark„Kannst du ein Feuer machen?“, fragte Spark hoffnungsvoll.

Blaze war nicht gut im Feuer machen, es fiel ihm schwer. Doch mit Sparks Hand in seiner pustete er und der dunkle Gang wurde erhellt mit Licht.

„Du hast es geschafft!“, Spark grinste erfreut und umarmte ihn fest, was Blaze zum Lächeln brachte.

„Nicht ohne deine Hilfe.“

Sie gingen den Gang entlang, bis der Weg an einer Klippe und einem tiefen Abgrund endete. Auf der anderen Seite stand das verängstigte Lämmchen.

„Keine Sorge, Junior. Wir bringen dich zurück zu deiner Mama“, versicherte Bark, auch wenn er sich selbst nicht so sicher dabei war.

Wie sollten sie bloß zu der anderen Seite gelangen?

„Brücken zu zaubern lernen wir erst in der nächsten Unterrichtsstunde“, meinte Spark traurig, als er auf seinen Zauberstab schaute.

Dann kam Blaze eine Idee, seine kleinen Flügel flatterten vor Aufregung. Könnte er das wirklich schaffen? Er hatte es noch nie zuvor versucht, wegen seiner Höhenangst und weil seine Flügel doch sowieso viel zu klein waren. Das haben zumindest die anderen Drachenkinder immer gesagt.

Vielleicht war es ja nun an der Zeit, zu beweisen, dass sie falsch lagen.

„Ich hol ihn“, verkündete er tapfer.

„Bist du dir da sicher?“, fragte sein bester Freund sorgenvoll. Blaze nickte, worauf Spark ihn fest umarmte.

„Du schaffst das!”, sagte er zuversichtlich.

Und so flog Blaze los. Erst unsicher und wackelig, doch je länger er flog, desto besser wurde er. Er schaute nie nach unten. Als er auf der anderen Seite landete, jubelte Spark und machte einen Freudentanz. Währenddessen schaute das Lämmchen ihn neugierig an und trat vorsichtig auf ihn zu.

Junior„Ich bin dein Freund“, besänftigte Blaze ihn sanft, „Ich will dich zurück zu deiner Mama bringen“.

„Du bist genauso lila wie ich“, Junior lächelte erfreut und kuschelte sich direkt an ihn.

„Und gemütlich bist du auch“, murmelte er müde in Blazes Schulter, der fröhlich grinste.

Vorsichtig hob er ihn hoch.

„Bereit?“

Junior nickte mutig und so flogen sie los und kamen sicher an.

Als sie zu der Herde zurückkamen, waren alle wieder glücklich vereint und so machten sie sich auf den Weg nach Hause.

„Vielen Dank für eure Hilfe. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft“, sprach Bark und sah sie mit breiten Lächeln an. „Besonders du Blaze. Was du getan hast, war unfassbar mutig. Du bist ein Held!“

Blaze errötete bei den Worten. So etwas hatte er noch nie gehört.

„Danke“, meinte er verlegen, „aber ich hätte es nicht geschafft ohne die Hilfe meines besten Freundes“.

Spark stupste ihn errötend an und grinste dann breit.

„Ach was, das war doch gar nichts.“

„Wieso seid ihr eigentlich gekommen?“, fragte Bark dann neugierig.

„Wir dachten, das Zählen von Schafen würde uns beim Schlafen helfen“, erklärte Spark mit einem schüchternen Lächeln, auch wenn es nur Blaze war, der nicht einschlafen konnte.

„Na dann,“ meinte Bark mit einem breiten Lächeln, „macht es euch gemütlich und genießt die Show“.

Erfreut liefen sie auf die Wiese und machten es sich gemütlich.

„Warte, es fehlt etwas,“ verkündete Spark und schwang seinen Zauberstab. Und schon tauchten ihre Lieblingskuscheltiere auf und Blazes Therapiedecke.Schafherde

„Du bist der Beste“.

Glücklich kuschelten sich die Beiden an die Kuscheltiere, die Decke sicher um sie geschlungen.

Und dann begannen sie beide zu zählen.

Blaze fiel auf, wie einzigartig jedes der Schafe war. Eines war groß, das andere klein und doch waren sie alle gleich wichtig.

Blaze mag zwar nicht groß sein und nicht so stark wie die anderen Drachen, aber ihm wurde klar, dass er genau so und nicht anders perfekt war. Immerhin war er ein mutiger Held!

Mit einem Lächeln und mit Spark an seiner Seite wurden seine Augen träger und träger…

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